Ein Eimer Schnee

Erinnerungen an Erlebnisse im Schnee? Hmmm… Da kommt mir spontan ein Eimer Schnee in den Sinn und die Berge…

 

Meine Eltern fuhren jedes Jahr im Sommer mit mir für drei Wochen nach Österreich in den Urlaub. Es war für mich immer die schönste Zeit im Jahr. Ich liebte es schon als Kind draußen in der Natur zu sein. Und die Berge liebte ich besonders. Wie oft ging ich an Papas Hand die Berge rauf und runter. Laufen machte mir nichts aus. Im Gegenteil.

Wir gehörten zu den verrückten Urlaubern, die in drei Wochen alle Hütten „abwanderten“, um eine Urkunde und eine Wandernadel, möglichst in Gold, zu erhalten. Und wir hatten auch noch Spaß dabei. Meine Mutter erzählte mir, dass ich oft als Erste oben war und ihnen lachend zurief: „Wo bleibt ihr lahmen Enten denn?“ Und als Belohnung gab es auf der Berghütte dann Kaiserschmarrn und Schiwasser, Wasser mit Himbeersirup.

 

In einem Jahr waren meine Tante, mein Onkel und mein Cousin zur gleichen Zeit wie wir in der Steiermark in Urlaub. Mein Cousin und seine Familie brauchten noch einen Stempel von einer ganz bestimmten Berghütte, um eine Wandernadel zu bekommen. Meine Eltern und ich hatten diesen Stempel schon längst in unseren Heftchen. An jenem Tag regnete es in Strömen. Trotzdem wanderten mein Paps, mein Cousin und ich zu der Hütte rauf, holten den Stempel und rannten wieder hinunter. Soweit ich mich erinnere gab es ein Gewitter und wir sahen, wie an dem Berg gegenüber ein Blitz in einen Baum einschlug. Somit hatten wir es eilig runterzukommen. Da solch ein Tempo bei einem Abstieg im Regen in den Bergen nicht so ungefährlich ist, Gewitter aber auch nicht, hielt mein Paps mich die ganze Zeit an der Hand. Und ich wusste, an seiner Hand konnte mir nichts passieren. Bei meinem Paps war ich immer sicher.

 

Mit meinem Paps konnte man verrückte Sachen machen. Er war ein humorvoller Mann, der gerne lachte und gerne „Quatsch machte“, wie ich es als Kind so schön formulierte. Und er war immer voller Energie und Power. Das ist eine Seite von ihm, die ich besonders mochte. Er brachte mich oft zum Lachen.

 

Aber was hat das jetzt mit Schnee zu tun und mit einem Eimer? Ganz einfach. In diesem einen Jahr hatte es in den höheren Lagen geschneit. Und ich erinnere mich, wie wir wegen des Schnees an jenem Tag mit dem Auto eine schmale Straße hinauf zum Hochwurzen in der Steiermark gefahren sind. Wir verbrachten dort mit Sicherheit ein paar schöne Stunden im Schnee, so genau weiß ich das gar nicht mehr. Aber da Schnee lag, mussten es schöne Stunden gewesen sein. Ich liebe nämlich Schnee. Woran ich mich aber noch genau erinnere ist der Eimer mit Schnee. Mein Paps füllte einen Eimer mit Schnee und hängte ihn an den Außenspiegel vom Auto, damit er beim Hinunterfahren nicht sofort schmilzt. Möglicherweise war ich diejenige, die gerne Schnee mit nach unten nehmen wollte, vielleicht aber war es auch die Idee meines Vaters. Daran erinnere ich mich nicht mehr. Zuzutrauen ist es uns beiden. Und so sind wir dann mit einem Eimer Schnee am Außenspiegel wieder vom Hochwurzen herunter zu unserer Pension gefahren. Dass ich als Kind einen Heidenspaß dabei hatte, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Aber mein Vater hatte nicht weniger Spaß. Wie viel Schnee letztendlich davon an der Pension noch übrig war, das weiß ich nicht mehr. Doch darauf kommt es letztendlich nicht an. Alles was zählt ist, dass wir Spaß hatten und gelacht haben. Der Weg ist eben das Ziel…

 

Kannst du auch von einem Weg berichten, der viel wichtiger war, als das Ziel selbst? Dann erzähle uns doch davon… liebe Sabine.

Liebe Grüße,

Martina (Mamü)

(Nachtrag:)
Und weil Sabine nicht davon erzählen will, heisst es nun:

Kannst du auch von einem Weg berichten, der viel wichtiger war, als das Ziel selbst? Dann erzähle uns doch davon… liebe Ika.

4 Responses to “Ein Eimer Schnee”

  1. Dodo Says:

    Danke, liebe Martina!
    Ich wusste, du würdest es schaffen!
    Und danke auch, dass du Sabine den Dominostein weitergereicht hast. Genau so funktioniert das Spiel auf dem Weg zum Buch. “Ein Weg, der viel wichtiger war, als das Ziel selbst?” Welch schöne Aufgabenstellung! Passt doch wunderbar!
    Herzliche Grüsse
    Dodo

  2. Mamü Says:

    Wurde ja auch Zeit, liebe Dodo. :oops:

    Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, dass ich so lange brauchte. :oops: Irgendwie war die Zeit dafür gerade ungünstig, mir war einfach nicht danach. Aber das verstehst du sicher.
    Und jetzt habe ich es doch noch geschafft. :D
    Ich bin gespannt, ob Sabine mitmacht und was sie schreibt.

    Freut mich, dass es dir gefällt.

    Liebe Grüße,
    Martina

  3. Sabine Says:

    Hallo ihr Buchblogschreiber,

    Dodo, du hast mich in meinem Blog daran erinnert, dass da jemand auf eine Geschichte wartet.
    Ich habs vergessen, und in mein gmx-Postfach schau ich auch noch selten rein, da dümpelt eine Nachricht von Martina rum.
    Könnt ihr jemand anders raussuchen, bitte …
    Ich tanz schreibmäßig im Moment auf so vielen Hochzeiten, ich bekomm nicht mal in meinem Blog einen Beitrag gebacken :roll:

    Also bitte nich böse sein - denn, wenn ich was schreibe, will ich mir auch Mühe geben und hier nicht ein Wischiwaschi reinsetzen.

    Liebe Grüße
    Sabine

  4. Dornen (Ika) Says:

    Also, ich nehme die Herausforderung an. ;-)
    Der Weg ist das Ziel, genau so ist es. ;-)
    Danke, liebe Martina für diese Aufgabe.
    Ich brauche aber auch ein wenig Zeit dafür.
    Aber ich eile…
    Gruß
    Ika

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